Kritische Reiseziele

Einschätzung des Reiserisikos

Nach Schätzungen von Experten für Reisemedizin sind auf Reisen bis zu 40 Prozent der Urlauber von Durchfall betroffen. Sogar jeder Zweite bei Aufenthalten in Entwicklungsländern oder exotischen Reisezielen. Reisedurchfall ist damit die Reiseerkrankung schlechthin.

Verantwortlich für Reisedurchfall sind meistens Bakterien, man spricht daher von bakterieller Gastroenteritis. Die Infektion erfolgt durch verunreinigtes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel.

Der Durchfall kann schwach sein und nach 2 bis 3 Tagen abklingen. Es ist aber auch ein schwerer Verlauf mit Schmerzen und Fieber möglich. Das Risiko an Durchfall zu erkranken ist von Land zu Land unterschiedlich.

In unserer Karte können Sie nachsehen, wie hoch die Gefahr eines Reisedurchfalls im jeweiligen Land ist. Wir haben zu diesem Zweck eine Risikoeinstufung erstellt.

Länder mit erhöhtem Reisedurchfallrisiko:

Zu den Risikoländern gehören insbesondere Länder in Süd-Amerika, Afrika und Asien. So sollten Sie in Ländern wie Brasilien, Kuba, Ägypten oder Thailand besonders achtsam sein, was Sie zu sich nehmen. Die Regel „Cook it, boil it, peel it or forget it” (Koch es, brat’ es, schäl’ es oder vergiss es), kann Ihnen dabei helfen, das Durchfallrisiko zu minimieren. Zudem sollten Sie besonders bei Trinkwasser vorsichtig sein: Zum Trinken oder Zähneputzen greifen Sie sicherheitshalber auf abgekochtes oder im besten Fall auf abgefülltes Wasser zurück.

Länder mit mittlerem Reisedurchfallrisiko:

Ein mittleres Reisedurchfallrisiko herrscht in Ost- und Südeuropäischen Ländern, Russland sowie in südlichen Teilen Süd-Amerikas und in Süd-Afrika. Auch in diesen Ländern entsprechen die Hygiene- und Trinkwasserqualität meist nicht unseren Standards. Eine Erkrankung an Durchfall ist deshalb auch in Ländern wie Spanien, Italien, Kroatien genau wie in Chile und Argentinien durchaus möglich.

Länder mit niedrigerem Reisedurchfallrisiko:

Grundsätzlich ist das Reisedurchfallrisiko in den westlichen Industrieländern am niedrigsten. Weniger Sorgen müssen Sie sich also in Ländern in Nord-Amerika, West-Europa sowie in Australien und Neuseeland machen.  In den USA, Kanada, Frankreich, Schweden oder Australien herrschen vergleichbare Hygiene- und Trinkwasserstandards wie in der Schweiz. Aber selbst in diesen Ländern ist immer ein gewisses Reisedurchfallrisiko vorhanden, weshalb es sich lohnt stets gegen Reisedurchfall gewappnet zu sein.

Kritische Reisezeiten

Achten Sie bei der Planung Ihrer Fernreise auf die Reisezeit. Das Reisedurchfallrisiko kann sich je nach Jahreszeit erhöhen. In Ländern wie Thailand, Indonesien oder Mexiko steigt beispielsweise während der jeweils unterschiedlichen Monsunzeiten das Risiko für akuten Durchfall. Aufgrund hoher Wassermengen und einer oftmals damit einhergehenden Überlastung der Abwassersysteme verschlechtern sich die Hygienestandards dann weiter. In Monaten, in denen es besonders heiß ist, kann das Reisedurchfallrisiko ebenfalls steigen.

Kritische Reisearten

Je nach Art der Reise ist das Risiko, an akutem Durchfall zu erkranken, unterschiedlich hoch. Generell gilt, dass Trekking- und Rucksackurlaube mit einem erhöhten Durchfallrisiko verbunden sind, weil es schwieriger ist, dauerhaft hohe Hygienestandards zu finden, z.B. wenn häufig an Straßenständen gegessen wird.

Kreuzfahrten bringen ebenfalls ein erhöhtes Durchfallrisiko mit sich. Aufgrund der Dichte an Menschen haben Durchfallerreger leichtes Spiel, sich auf dem Schiff zu verbreiten.

Obwohl das Durchfallrisiko bei Pauschalurlauben tendenziell ein geringeres ist, sollten Sie auch bei dieser Art von Reise vorsichtig sein. Die Hygienestandards können je nach Hotel stark variieren. Häufige Gefahrenquellen sind Buffets, Pool- und Sanitäranlagen.